Integrative Pflanzen Wissenschaft

Die Rolle der Integrativen Pflanzenwissenschaft in der medizinischen Forschung

Pflanzliche Stoffwechselprodukte, wie Wasserstoffperoxid, haben sowohl negative, als auch positive Eigenschaften. Zum einen fördern sie den Alterungsprozess der Pflanze, andererseits können sie aber auch eindringende Viren und Bakterien töten. Die Oxidanzien entstehen als Nebenprodukte der Zellatmung und sind so aggressiv, dass sie verschiedene Zellkomponenten ernsthaft schädigen können. Doch gerade dieser Eigenschaft kann die Natur auch gute Seiten abgewinnen: Das von den Pflanzen erzeugte Wasserstoffperoxid hat eine ähnliche Wirkung wie Desinfektionsmittel. Deshalb wird es in der Medizin zur Wundbehandlung genutzt. Aus diesem Grund versucht man innerhalb der medizinischen Forschung, mithilfe genetischer Methoden der Molekularbiologie, die Mechanismen des Pflanzenstoffwechsels zu fördern, die die Produktion von Wasserstoffperoxid begünstigen.

Das Kleine Blasenmützenmoos zählt zu den Pflanzen, die zur Produktion von Arzneimittel besonders geeignet sind. Es kann im Labor gezüchtet werden und ist nach einem molekularbiologischen Eingriff, bei dem zwei pflanzenspezifische Zuckerstrukturen ausgeschaltet wurden, in der Lage, menschliche Eiweiße zu bilden, die als Antikörper zur Therapie von Krankheiten einsetzbar sind. Auf ähnliche Weise wird versucht, aus höheren Kulturpflanzen, wie Mais, Tabak und Tomaten, Impfstoffe zu gewinnen, die möglicherweise sogar zur Behandlung von Krankheiten wie Aids, Tollwut oder Tuberkulose einsetzbar sind. Seit einiger Zeit arbeiten Wissenschaftler sogar daran, aus Bananen Impfstoffe herzustellen. Die "Impfbananen" sollen, nach molekularbiologischen Veränderungen, Antikörper gegen Durchfallerkrankungen, Gelbsucht, Cholera, Hepatitis B, Masern und Kinderlähmung produzieren können.